„Wir sind froh, dass wir den betroffenen Kindern und ihren Familien diesen schönen Herbsttag ermöglichen konnten“: Sevda Aytekin, Geschäftsstellenleiterin des Fördervereins zugunsten krebskranker Kinder, und viele Helfer/-innen hatten kurz vor dem Ende der Schluff-Saison noch einen speziellen Ausflug in der historischen Eisenbahn organisieren können: Am Samstagnachmittag ging es für eine Gruppe von rund 200 betroffenen Kindern, ihren Familien und vielen Helfern/-innen in den historischen Passagierwagen, die von der Dampflok Graf Bismarck XV gezogen werden, vom Nordbahnhof zum Hülser Berg und zurück. 

Die Fahrgäste hatten eine besondere Familiengeschichte: Es waren Familien mit Kindern, die teils eine Krebserkrankung überstanden haben oder die chronisch krank sind und in der Kinder- und Jugendmedizin des heutigen Helios-Klinik behandelt wurden/werden. Angebote wie ein solcher Ausflug für Kinder, die nicht mehr in der Therapie-Phase sind, gehören zur psychosozialen Unterstützung der Familien insgesamt. Der Förderverein möchte ihnen helfen die schwierige und teils schmerzhafte Zeit hinter sich zu lassen und mit Freude nach vorne zu blicken. 

Beim Schluff-Ausflug dabei waren unter anderem ein junges Mädchen mit ihren Eltern, bei dem vor zehn Jahren ein Keimzelltumor diagnostiziert worden war. „Für uns war die Hilfe aus dem Förderverein sehr wichtig. Wir wussten, dass wir bei den Vereinsverantwortlichen Unterstützung bekommen können und dass wir ganz offen sprechen können“, schilderte die Mutter des Mädchens. Auch als es darum ging, dass das Kind einen Talker brauchen würde, um sich besser zu verständigen, habe der Vereinsvorsitzende Jens Schmitz geholfen und mit der Krankenkasse argumentiert, damit diese das Hilfsgerät genehmigte. „Geholfen haben uns auch die Gespräche in der Gruppe und mit anderen Menschen, die ähnliche Situationen durchlebten wie wir“, so die Eltern weiter. Das unterstützte ein Vater: „Bei unserer damals dreijährigen Tochter wurde ein B-Zellen-Lymphom – das Burkitt Lymphon – entdeckt. Sie musste ein halbes Jahr in die Klinik, ihr Zustand war kritisch. Die Diagnose war damals ein Schock für uns“. Dankbar sei er dafür, dass die Familie finanzielle Unterstützung durch den Förderverein erhalten habe – etwa für Mehrkosten wie Fahrten ins Krankenhaus, Parktickets oder auch die Kosten für die höheren Anforderungen der Hygiene bei der Ernährung. Auch für diese Eltern war der Austausch mit anderen betroffenen Eltern eine wichtige Unterstützung, „man hat ja im eigenen Kreis keine Gesprächspartner, die die Situation ähnlich erleben. Es war hilfreich zu wissen, dass wir immer jemanden fragen konnten“, so der Vater. Deswegen habe er sich auch entschlossen, sich künftig im Verein zu engagieren. Auch die Mutter eines anderen Jungen, bei dem 2024 Nierenkrebs mit Lungenmetastasen entdeckt wurde, hat den Förderverein als wichtige Unterstützung in und nach der fast zweijährigen Therapie-Phase erlebt. „Es war eine schlimme Zeit. Nachdem jetzt die Therapie beendet ist, nutzen wir gerne die Angebote. Dabei treffen wir auch Familien, die wir in der Therapie kennengelernt haben“, meinte sie.

Die Schlufffahrt hatte ein ganzes Team unter Leitung der Geschäftsstellenleiterin vorbereitet: Die Mitarbeiter/-innen der Spiel-Abteilung im Helios-Klinikum hatten ein Mal- und Geschichtenheft vorbereitet. Das konnten die Kinder ausmalen und erhielten so Infos zur Geschichte der historischen Eisenbahn. Auch die Ehrenvorsitzende des Vereins, Sigrid Völpel, die die Idee der Fahrt mit angestoßen hatte, war an den Bahnsteig am Nordbahnhof gekommen. Dank der Bäckerei Hoenen und der Unterstützung des Teams des „Hand in Hand-Cups“ gab es für frische Salzbrezeln und Wasser, die unter anderem von Anne Poleska und ihrem Partner verteilt wurden. Auch Bürgermeisterin Gisela Klaer war zur Abfahrt am Nordbahnhof gekommen. Sie sei mittlerweile Mitglied im Förderverein geworden, schilderte sie: „Das ist eine absolut notwendige und wertvolle Arbeit. Man kann es sich garnicht vorstellen, was es bedeutet, ein so schwerkrankes Kind zu haben. Genauso wichtig ist es, dass man die Geschwisterkinder unterstützt, die oft in den Hintergrund treten“. Dass der Förderverein einen solchen Tag organisiere, sei toll.