€ 500

Mit ihrer Spende von 500 Euro zeigen die Grundschülerinnen und -schüler der Heinrichsschule in Krefeld-Uerdingen eindrucksvoll, dass Mitgefühl und Solidarität keine Frage des Alters sind. Stellvertretend für alle Klassen überreichten acht Schülerinnen und Schüler erstmals eine Spende an den Förderverein zugunsten krebskranker Kinder Krefeld e.V.

Das Geld stammt aus einem Sponsorenlauf für ein Zirkusprojekt der Schule. „Für unsere Schulgemeinschaft war aber schnell klar: Wir wollten von den Einnahmen auch Menschen etwas abgeben, denen es nicht so gut geht“, betont Schulleiterin Emily Carr.Über die Verwendung der Spende durften wir selbst entscheiden, und so sind es die krebskranken Kinder in Krefeld geworden“, erzählt Jakob. Auch für Anton ist die Aktion eine Herzensangelegenheit: „Es ist toll, wenn wir Kinder anderen Kindern eine Spende geben können.“ Und Cassandra betont: „Wenn man jemandem helfen kann, fühlt sich das einfach gut an.“

Die Spende fließt in einen Topf, der Familien zugutekommt, deren Kinder auf der kinderonkologischen Station des Helios Klinikums behandelt werden. Die finanzielle Unterstützung hilft genau dort, wo sie am dringendsten gebraucht wird. Mal ermöglicht sie gemeinsame Freizeitangebote, mal finanziert sie dringend notwendige Anschaffungen wie ein spezielles Pflegebett oder einen hygienischen Laminatboden, wenn Teppiche aus gesundheitlichen Gründen ersetzt werden müssen. Auch nach Abschluss der Therapie begleitet der Verein die Familien weiter – etwa mit Bauernhofwochenenden und Flugnachmittagen am Egelsberg, mit Kreativworkshops oder gemeinsamen Ausflügen in den Krefelder Zoo oder mit dem Schluff.

Viele Infos aus dem Leben krebskranker Kinder

Zur Spendenübergabe besuchten die Schülerinnen und Schüler in Begleitung von Schulleiterin Emily Carr und OGS-Koordinatorin Heike Tünnißen das Elternhaus Villa Sonnenschein am Lutherplatz, wo auch die Geschäftsstelle des Fördervereins beheimatet ist. Während die jungen Patientinnen und Patienten auf der Station medizinisch versorgt werden, finden hier Eltern, Geschwister oder auch Großeltern einen Ort der Nähe, Geborgenheit und Entlastung. Acht Familien können dort gleichzeitig wohnen – besonders dann, wenn sie eine weite Anreise haben oder aus schwierigen Lebenssituationen kommen. So fand dort beispielsweise auch eine aus der Ukraine geflüchtete Familie während der Krebsbehandlung ihres Kindes ein vorübergehendes Zuhause. 

„Hier ist es viel ordentlicher als bei mir zuhause“, meinte Jakob bei einem Rundgang durch das modern eingerichtete Haus, in dem zurzeit zwei Familien ein Zuhause auf Zeit gefunden haben. Beim Besuch des Elternhauses erhielten die Kinder außerdem einen bewegenden Einblick in den Alltag krebskranker Kinder. Sie besuchten unter anderem das „Onkofrühstück“ unter dem Motto „Internationale Küche“ und lernten die Spielabteilung des Helios Klinikums Krefeld kennen. Besonders überraschend war für viele die Erkenntnis, dass es sogar eine eigene Krankenhausschule gibt.

Soziales Lernen beginnt im Klassenzimmer

Für Schulleiterin Emily Carr passt das Engagement perfekt zum pädagogischen Leitbild der Schule: „Wir sind Schule des gemeinsamen Lernens. Kinder mit unterschiedlichen Voraussetzungen gehören selbstverständlich zum Schulalltag. Deshalb lernen unsere Schülerinnen und Schüler früh, dass manche Menschen mehr Unterstützung brauchen als andere.“ Rücksicht, Hilfsbereitschaft und Verantwortung füreinander seien feste Bestandteile des Miteinanders.

Sichtlich beeindruckt und teilweise sprachlos erlebten die Grundschüler ihren Besuch in eine ihnen bislang unbekannte Lebenswirklichkeit. „Sie sind mit vielen neuen Eindrücken und einem besseren Verständnis für das Leben krebskranker Kinder nach Hause gegangen“, fassten Emily Carr und Heike Tünnißen den Besuch zusammen. Die Spendenübergabe machte deutlich: Die Grundschüler haben nicht nur finanzielle Hilfe geleistet, sondern vor allem ein starkes Zeichen der Menschlichkeit gesetzt – für Familien, die in einer der schwersten Zeiten ihres Lebens erfahren dürfen, dass sie nicht alleine sind.